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Werkstatt-Berichte

24. September 2026

„Muss das sein?“ Akzeptanz von Leistungstests verstehen und fördern

Mit Prof. Dr. Martin Kersting

am Donnerstag, den 24. September von 18:00 - 19:30 Uhr via Microsoft Teams

Wer an eignungsdiagnostischen Verfahren teilnimmt, wird nicht nur gemessen. Er oder sie wird verglichen, eingeordnet und möglicherweise ausgewählt oder abgelehnt. Denn Assessments sind nicht nur Instrumente der Informationsgewinnung, sondern auch Situationen asymmetrisch verteilter Entscheidungsmacht. Die Organisation setzt die Spielregeln und entscheidet über berufliche Chancen. Damit der Prozess und das Ergebnis akzeptiert werden, muss das Verfahren nicht nur objektiv, reliabel und valide sein – sondern auch den Anforderungen der Teilnehmenden gerecht werden.

Die Perspektive der Teilnehmenden auf Interviews, Assessment Center, Persönlichkeitsfragebögen und Leistungstests gewinnt in der Personalpsychologie zunehmend an Bedeutung. Modelle der sozialen Akzeptanz berücksichtigen dabei ein breites Spektrum von Einflussgrößen, von der prozeduralen bis zur distributiven Fairness. Was in der Gesamtschau überzeugt, bleibt im Einzelfall jedoch oft unscharf: Welche konkreten Eigenschaften eines diagnostischen Verfahrens prägen dessen Akzeptanz? Und welche dieser Eigenschaften bestimmen letztlich das Gesamturteil?

Zur Untersuchung solcher Fragen wird seit mehr als 30 Jahren die Fragebogenreihe „Akzept!“ eingesetzt. Im Vortrag werden zunächst das zugrunde liegende Akzeptanzkonzept und die Entwicklung des mehrdimensionalen Instruments vorgestellt. Anschließend werden die Ergebnisse einer Reanalyse von rund einem Dutzend Studien zur Akzeptanz von Leistungstests präsentiert. Die Datengrundlage umfasst mehr als 5.000 Teilnehmende, die Leistungstests entweder unter anonymisierten Bedingungen oder im Rahmen realer Auswahlverfahren absolvierten und anschließend mit dem Akzeptanzfragebogen bewerteten. Die Ergebnisse zeigen, welche Aspekte für die Wahrnehmung von Leistungstests besonders bedeutsam sind und welche Ansatzpunkte sich daraus für die Gestaltung diagnostischer Prozesse ableiten lassen.

Der Vortrag verbindet Theorie und Empirie der Akzeptanzforschung mit praktischen Empfehlungen und zeigt, wie Leistungsmessung so gestaltet werden kann, dass sie nicht nur aussagekräftige Ergebnisse liefert, sondern auch von den Teilnehmenden als angemessen und überzeugend erlebt wird.

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Referenten

 

Prof. Dr. Martin Kersting

Prof. Dr. Martin Kersting ist Professor an der der Justus-Liebig-Universität in Gießen. Er beschäftigt sich seit über 30 Jahren wissenschaftlich und praktisch mit der Personalpsychologie. Er ist (Mit-)Autor der DIN 33430 zur Personalauswahl sowie von über 200 Publikationen (auch Tests und Fragebogen) sowie über 300 Vorträgen. In der alle zwei Jahre vom Personalmagazin durchgeführten Wahl wurde Martin Kersting seit 2015 bis heute sechsmal in ununterbrochener Folge zu den „führenden Köpfen des Personalwesens“ gekürt.“ Weitere Informationen: www.kersting-internet.de

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